Psychotherapie

Psychotherapie ist im Gesundheitsbereich ein eigenständiges Heilverfahren zur Behandlung von psychischen, psychosozialen oder psychosomatisch bedingten Verhaltensstörungen und Leidenszuständen. Es handelt sich um eine Interaktion zwischen einem Behandelten* und einer Psychotherapeutin, um bestehende Symptome, belastende Verhaltensweisen oder Einstellungen zu ändern oder zu beseitigen. In weiterer Folge soll die Reifung, die persönliche Entwicklung und die Gesundheit des Behandelten gefördert werden.

Der Erfolg einer Psychotherapie ist unmittelbar mit dem Veränderungswillen und der persönlichen Mitarbeit des Behandelten, sowie der notwendigen vertrauensvollen Beziehung zwischen Behandelten und Psychotherapeutin verbunden.


In Österreich sind derzeit 23 verschiedene Psychotherapieformen anerkannt. Die Katathym Imaginative Psychotherapie (KIP) zählt hier zu den tiefenpsychologischen Behandlungsmethoden. Grundsätzlich ist die KIP eine Gesprächstherapie, die sich u.a. innere Bilder in Form von Imaginationen zu Nutze macht. Diese Imaginationen sind vergleichbar mit Tagträumen, die als Schöpfungen des Unbewussten betrachtet werden und so ermöglichen, Gefühle bildhaft darzustellen.

Während der Sitzung wird der Behandelte – entspannt sitzend oder liegend – angeleitet, zu einem vorgegebenen Motiv ein inneres Bild aufsteigen zu lassen. Diese durchaus emotional besetzten Szenen werden von der Psychotherapeutin einfühlsam mitbegleitet.

Im Anschluss werden im therapeutischen Prozess gemeinsam Inhalte und Symbole bearbeitet. Dies erfolgt einerseits im Gespräch, andererseits über das Zeichnen, Malen oder Schreiben, um die unbewussten Aspekte der inneren Bilder ins Bewusstsein zu integrieren.


Eine Psychotherapie kann z.B. bei folgenden Problemen sinnvoll und hilfreich sein:


• bei Ängsten, die die Lebensqualität einschränken

• bei depress​iven Verstimmungen, Antriebslosigkeit, sozialem Rückzug, mangelndem Freudeempfinden, Gereiztheit und

  Hoffnungslosigkeit

• bei mangelndem Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen

• bei belastenden Gedanken, Zwangsgedanken und Zwangshandlungen

• bei selbstverletzenden Verhaltensweisen und überflutenden Gefühlszuständen

• bei suchthaften Verhaltensweisen

• nach einmaligen oder mehrfach erlebten traumatischen Ereignissen, welche nicht verarbeitet werden können

• nach Erfahrung mit psychotischen Zuständen

• bei psychosomatischen Symptomen (Symptome, die mit Stress und ungelösten, belastenden psychischen Problemen in Verbindung

  stehen) wie z.B.: Schlafstörungen, chronische Verspannungen, Zähneknirschen, Tinnitus

• bei psychischen Belastungen aufgrund einer körperlichen oder chronischen Erkrankung

• in belastenden Lebenssituationen und Lebenskrisen

• bei Problemen und bei Krisen in der Partnerschaft und in der Familie


*Aus Gründen der Lesbarkeit werden männliche und weibliche Form alternierend verwendet.